Ehrenamtliches Engagement für Geflüchtete

Ehrenamtliches Engagement für Geflüchtete

Das Projekt „Deine Chance – Integration durch Bildung“ in Bad Soden wird neben den hauptamtlich Mitarbeitenden getragen von 30 ehrenamtlich Engagierten. Diese unterstützen die Schülerinnen und Schüler der Sprachschule für Geflüchtete in den verschiedensten Bereichen, damit sie in diesem Land Fuß fassen können.

Sprachunterricht, Fahrradwerkstatt und Ausbildungsbegleitung

Neben dem reinen Sprachunterricht braucht es weitere Begleitung und ganz praktische Hilfen, um sich im neuen Alltag zurecht zu finden und in Ausbildung und Beruf anzukommen. Michaela Eckert-Fischer ist eine der Ehrenamtlichen, die im Bereich des Sprachunterrichts regelmäßig für „Deine Chance“ tätig ist. „Schon bevor es das Projekt gab, habe ich über die Ökumenische Flüchtlingshilfe in Bad Soden angefangen, mit Geflüchteten für den Deutsch-Test für Zugewanderte oder die Führerscheinprüfung zu lernen“, erzählt sie. Die gelernte Personalfachkauffrau war hauptberuflich im Qualitätsmanagement für Weiterbildung tätig. „Ich hatte die Zeit und ich komme aus Schwalbach, wo es viele zugewanderte Mitbürger gibt“, erklärt sie. „Ich finde, es ist nicht damit getan, dass wir einmal im Jahr auf einem Bürgerfest Häppchen miteinander essen“, ergänzt Eckert-Fischer. Es gehe darum, auf Leute zuzugehen und sie kennen zu lernen. Nur so könne bei ihnen ein Heimatgefühl und ein Miteinander entstehen. „Da haben wir, denke ich, alle eine Verantwortung“. Inzwischen hilft sie Geflüchteten einmal in der Woche bei der Prüfungsvorbereitung und mehrmals wöchentlich im Rahmen einer Einzelfallbegleitung. Gemeinsam mit einem Team von weiteren Ehrenamtlichen hat sie außerdem einen wöchentlichen Treff für Frauen organisiert. Dort konnten sich die Teilnehmerinnen über Alltagsthemen informieren und austauschen, – wie etwa Kindererziehung oder medizinische Fragestellungen. Gemeinsame Ausflüge halfen zudem dabei, sich gegenseitig und das hiesige Umfeld besser kennen zu lernen. „Auf diese Weise sind wir mit fast allen geflüchteten Frauen in Bad Soden in Kontakt gekommen“, so Eckert-Fischer. „Mit der Bilanz unserer bisherigen Arbeit sind wir hochzufrieden. Wir sehen aber auch, dass es gut wäre, noch mehr Ehrenamtliche als Partner an der Seite zu haben. Das Engagement zahlt sich für uns alle aus.“

In einem ganz anderen Bereich engagiert sich Stephan Bruckert: er betreut die Fahrradwerkstatt bei „Deine Chance“. Auch er ist bereits über die Ökumenische Flüchtlingshilfe aktiv geworden. „Als die ersten Flüchtlinge kamen, wollte ich einfach helfen. Wenn sie schon herkommen müssen, dachte ich, muss man etwas tun, um sie zu unterstützen“, erzählt er. Zunächst hat er beim wöchentlichen Willkommensfrühstück geholfen und Geflüchtete bei Arztbesuchen oder Behördengängen begleitet. Da die gespendeten Fahrräder oftmals kaputt und nicht verkehrstauglich waren, kam dann die Idee der Fahrradwerkstatt auf. Zunächst beim Haushaltswarengeschäft Napp in der Garage – dann in den Räumlichkeiten in der  Königsteiner Straße. „Wir beiden Ehrenamtlichen schrauben auch gemeinsam mit den Flüchtlingen. Dadurch entstehen natürlich auch Gespräche und Kontakte“, erklärt er. Wichtig sei ihm dabei auch die Vermittlung der deutschen Kultur: „Am meisten Freude bereitet es mir zu sehen, dass das Selbstvertrauen der Frauen zusehends wächst und sie zum Beispiel selbst Fahrrad fahren lernen. Wo sie sich am Anfang nicht mal aus dem Haus trauten, wachsen nun zunehmend gleichberechtigte Partnerschaften“. Der gelernte Maschinenbauer im Vorruhestand war in der Finanzberatung tätig und schon früh als Pfadfinder und in der Kirchengemeinde ehrenamtlich engagiert.

Ebenso als Rentner ehrenamtlich aktiv ist Hans-Herbert Fuchs. Über den von der Bundesregierung geförderten „Senior Experten Service“, der Fachkräfte aller Richtungen im Ruhestand weltweit für den ehrenamtlichen Einsatz bei Projekten vermittelt, kam er zum Mentorenprojekt zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen. „Ich wollte mein Fachwissen aus 35 Jahren Tätigkeit als Ingenieur auch im Ruhestand einbringen und wurde dann als Betreuer für einen Geflüchteten eingesetzt, der eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker beim Sodener Autohaus Volpert & Biesinger absolviert“, erklärt Fuchs. Mit dem Auszubildenden, der auch Sprachschüler bei „Deine Chance“ war, hat er seit zweieinhalb Jahren regelmäßig nachmittags zusammen das theoretische Fachwissen gelernt. „Inzwischen geht es allerdings mehr um Lebensberatung, also alles, was in Deutschland dazu gehört, um Fuß zu fassen, wie etwa Führerschein und Wohnungssuche“, so Fuchs, „jetzt wird er sogar vor Weihnachten noch eine vorgezogene Abschlussprüfung machen und ich bin guten Mutes, dass er sie besteht“. Hans-Herbert Fuchs ist neben seiner Senior Expert-Tätigkeit seit vielen Jahren ehrenamtlich im Sportverein aktiv und ist Vorsitzender des Langenhainer Vereinsrings.

Das Projekt „Deine Chance – Integration durch Bildung“ konnte vor vier Jahren aufgrund der Großspende eines privaten Geldgebers unter Trägerschaft der Evangelischen Familienbildung Main-Taunus in Bad Soden (Evangelisches Dekanat Kronberg) ins Leben gerufen werden. Da die finanziellen Mittel inzwischen aufgebraucht sind, bemüht sich die Evangelische Familienbildung darum, die nach wie vor wichtige Integrationsarbeit von Zugewanderten mit einem neuen Konzept fortzuführen. Dafür werden noch dringend Ehrenamtliche gesucht. Interessierte Sponsoren oder Spender, die das Projekt unterstützen möchten, können sich gerne an Sabina Ihrig wenden unter Tel.: 06196 – 9511914 oder E-Mail: sabina.ihrig@dekanat-kronberg.de. Spendenkonto „Deine Chance": Evangelischer Regionalverwaltungsverband Oberursel, Bank: Evangelische Bank e.G., Frankfurt a.M., IBAN: DE12 5206 0410 0804 1002 04, BIC: GENODEF1EK1, Verwendungszweck: Spende Deine Chance. Mehr zum Projekt "Deine Chance" finden Sie hier.

Stephan Bruckert (Mitte) im Einsatz in der Fahrradwerkstatt
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